Ein Tag im Leben von Mentorin und Mentee


Die Vorgeschichte

Birgit, Mentorin, 34: „Mein Gott, habe ich mir gedacht. Was mache ich bloß beim nächsten Treffen mit Vjosa, meinem Mentee. Schließlich können wir nicht immer ins Kino, im Park spazieren oder Shoppen gehen, wie Mädchen das nun mal am liebsten tun. Ich wollte mit der 13-jährigen, die jetzt in die 8. Klasse der Kepler-Schule geht, etwas machen, was sie sonst vermutlich nie tun würde. Etwas, das nichts kostet, bei dem sie allerdings nebenbei etwas lernt, an die frische Luft kommt und gleichzeitig Spaß hat. Also entschloss ich mich zu einem zugegebenermaßen für Jugendliche richtig „uncoolen“ Vorschlag: Pilze sammeln im Wald.“

Vjosa, Mentee, 13: „Birgit, meine Mentorin, rief mich neulich an und fragte, ob ich mit ihr im Wald nach Pilze suchen gehe. Um ehrlich zu sein,  hörte es sich erst mal richtig langweilig an. Aber als der Tag anfing, wurde es dann doch ganz spannend.“


Der Tag

Denn so eine Suche nach Pilzen ist gar nicht so einfach, wie wir schon nach ein paar Schritten im Wald feststellen. Unter dem ganzen Laub im Wald am Wannsee haben sich die scheuen Gewächse ziemlich gut versteckt.  Irgendwie wollen sie nicht gefunden werden und schon gar nicht von uns.

Aber wir beide geben uns auch nach vielen misslungenen Versuchen auf gar keinen Fall geschlagen. Irgendwo muss doch ein Pilz zu finden sein. Deswegen sperren wir unsere Augen noch weiter auf und schauen wirklich überall nach. Und schließlich finden wir sie. Sogar ziemlich viele.

 

Vjosa und Birgit bei den ersten Versuchen, endlich einen Pilz zu finden. Und ihr erster Fund.

Leider kann man unsere ersten Treffer nicht essen, aber sie sind einfach wunderschön. Deswegen fotografiert Vjosa sie von allen Seiten. Nach diesem Fund richteten wir unsere Augen aber dann doch konsequenter auf den Waldboden. Schließlich wachsen dort die essbaren Pilze. Und die sind ja auch schön. Keine Angst: Natürlich wissen wir beide, dass man den Fliegenpilz nicht essen darf. Deswegen lassen wir ihn nach dem Foto lieber in Ruhe weiter wachsen und begeben uns auf die Suche nach weiteren Entdeckungen im Wald. Dabei liefen wir einem Prachtexemplar über den Weg.

 

Unser Fliegenpilz und ein kugelrunder, kerngesunder Bovist.


Eine Bovistenart. Genauer gesagt ein dickschaliger Kartoffelbovist, der genauso wie der Fliegenpilz giftig ist. „Ziemlich komischer Pilz“, sagt Vjosa. Noch nie zuvor hat sie so einen runden, gesprenkelten Waldbewohner gesehen. Kein Wunder, dass sie den einen oder anderen auf ihrem Marsch durch den Wald kurzerhand übersieht...

 

 

...und ihn mit Füßen tritt. Wie die Sporen des Pilzes entweichen, gleicht eher einer Explosion aus einem Hollywood-Blockbuster. Wer weiß, vielleicht gibt es für uns bald Angebote aus der Filmindustrie, um solche Spezial-Effekte auf natürliche Weise herzustellen.

Aber schließlich und endlich hatten bekommen wir die essbaren Pilze doch noch zu Gesicht,  wie die nächsten Bilder beweisen.

 

Röhrling Nummer 1, 2 und 3.

 

Wie ihr genauer Name ist, wissen wir beide nicht. Das müssen wir noch im Internet recherchieren. Professionelle Pilzesammler sind wir eben noch nicht, aber wir arbeiten daran. Denn schließlich gibt es im Wald noch ein paar andere Dinge zu entdecken. Zum Beispiel Blumen, die auf jeden Fall echt süß und ein schönes Foto wert sind oder mit Moos bewachsene Baumstämme, die uns vor der Kamera Modell stehen.

 

 

Und am Ende des Weges finden wir auch Baumstämme ohne Moos, die wir im Übrigen nur fotografieren. Gefällt haben wir die Bäume nicht. Nach all den Pilzen, Blumen und Bäumen machen wir auf unserem Waldspaziergang noch einen Ausflug in die Tierwelt und entdecken diesen schillernden Zeitgenossen.

 

 

Ein klitzekleiner Mistkäfer, den wir in der Stadt überhaupt nie zu Gesicht bekommen. Und dann wären da noch größere Exemplare aus der Tierwelt, die wir letztlich am See antreffen. Und am Wannsee dürfen wir noch von einer Reise mit dem Boot in die Südsee träumen. Bis der Traum Wirklichkeit wird, versuchen wir aber noch andere Dinge. Zum Beispiel unser Spiegelbild im Wasser zu fotografieren.

 

 

Zugegeben erkennt man uns nur mit großem Vorstellungsvermögen, aber wir beschließen, dass das Bild künstlerisch von hohem Wert für uns ist. Wir müssen noch üben, bis man auch auf solchen Fotos mehr erkennt. Vielleicht sind wir beide in ein paar Jahren richtig gute Fotografen.

Bis dahin aber freuen wir uns erst mal über unsere unglaublich „reiche“ Ausbeute an gefunden Pilzen.

 

Aller guten Dinge sind drei!!!

 

Es sind nicht viele und wir werden davon auch nicht satt, aber das ist uns egal. Wir waren einen ganzen Nachmittag lang im Wald unterwegs, wir haben beide viel gelernt und wir hatten eine ganze Menge Spaß.

 

Das Fazit

Pilze sammeln ist ehrlich gesagt doch nicht so langweilig, wie es sich erst mal anhört. Wir beide werden uns im nächsten Herbst sicherlich wieder auf die Suche machen. Aber dann werden wir die Pilze Körbeweise nach Hause tragen.

 

Im Übrigen

Unser besonderer Dank geht an Vjosas 15-jährigen Bruder Visar, der den ganzen Nachmittag von uns beiden Fotos gemacht hat.

 

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